28.07.2026

Unterwegs in Namibia mit Guido Kettner

Sonderausstellung vom 13.09. – 29.11.2026

Mit Guido Kettner unterwegs, das waren das Museum Wilnsdorf und seine Besucher schon oft – in den eisigen Weiten Kanadas und Alaskas, bei den Moschusochsen auf Grönland, entlang der Datumsgrenze und sogar schon bei den Gorillas im Nebelwald. In diesem Jahr reisen wir mit ihm in eine Weltgegend, die auch deutsche Geschichte geschrieben hat und dies leider nicht im positiven Sinne. Unter dem Namen Deutsch-Südwestfarika „gehörte“ das heutige Namibia für mehr als 30 Jahre als Kolonie zum Deutschen Reich. In dieser Zeit wurde die einheimische Bevölkerung, darunter vor allem das Volk der Herero, aber auch die San, von den Kolonialisten gezielt enteignet, betrogen und ausgebeutet, Aufstände wurden brutal unterdrückt. 1915 übernahm die Südafrikanische Union und damit das Britische Empire die Verwaltung der ehemaligen deutschen Kolonie. Erst 1990 konnte Namibia seine Unabhängigkeit erstreiten.

Die Fotoausstellungen Guido Kettners entführen die Betrachter immer in eine reale Welt, die ungeachtet der oft schweren Lebensbedingungen in den Weltgegenden, die der Fotograf bereist, die Schönheit der Landschaft, das Leben, die Arbeit und die Persönlichkeit der Menschen in ihr sowie die Tierwelt so deutlich vor Augen führt, dass man ins Zwiegespräch mit ihnen eintauchen kann, ihnen ganz nahe kommt. Seine Fotografien sind einfühlsam, respektvoll und voller Liebe zu seinen Motiven. Auf dieser Reise treffen wir die San, eine ursprüngliche Jäger-und-Sammlergesellschaft im südlichen Afrika, die Herero (und hier vor allem die Frauen) mit ihrer traditionellen Kleidung und Kopfbedeckung und die Himba, bei denen sich anhand der Haartracht die Familie, der Familienstand und der Status erkennen lässt. Die größte Volksgruppe Namibias sind die Ovambo, die heute eher modern als traditionell daherkommen. Wir reisen mit Guido Kettner ins Gebirge und zum höchsten Berg Namibias, der immer noch den deutschen Einfluss zeigt, denn er heißt Königsstein, folgen ihm in die Kalahari mit ihren Sanddünen und von der Seelandschaft bis in die Namib, die älteste Wüste der Welt.

Ergänzt wird die Ausstellung durch „eine Ausstellung in der Ausstellung“, konzipiert von Studierenden der Universität Siegen unter dem Motto „Geteilte Geschichte – die Kolonialzeit und ihre Auswirkungen in Namibia und Deutschland“.

Jetzt schon einmal vormerken:
Vortrag mit Diashow von Guido Kettner am Samstag, 24.10.2026, 18 Uhr im Museum Wilnsdorf

Der Eintritt ins Haus samt Sonderausstellung kostet 5 Euro für Erwachsene, ermäßigt 4 Euro, für Familien 13 Euro.

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